BGBRG Fürstenfeld

EXKURSION nach GRAZ mit Besuch des DOMS und der SYNAGOGE – 5. Klassen

Auch in diesem Schuljahr besuchten die katholischen und evangelischen Schüler(innen) der 5. Klassen die Zentren zweier großer Weltreligionen in Graz – den Dom und die Synagoge. Der Dom blickt auf eine lange Geschichte zurück, die uns der Mesner, Hr. Martin Untersaubach, in sehr kurzweiliger und anschaulicher Weise näherbrachte.

Erbaut unter Kaiser Friedrich III. von 1438-1462 als Hofkirche, findet sich sein Motto AEIOU am Westportal der Kirche und im Gewölbe direkt über dem Hochaltar wieder. Ein Porträt von ihm findet man in Gestalt des heiligen Christophorus vor – im Mittelalter glaubte man, einmal am Tag diesen Heiligen sehen zu müssen, um vor Unglück oder plötzlichem Tod geschützt zu sein.

Sehr beeindruckend waren die beiden Brauttruhen der Paola Gonzaga – sie befinden sich rechts und links des mächtigen Bogens, der in den Altarbereich führt, und sind sehr kostbar. Als sie heiratete, bekam sie in diesen Truhen Tischtücher und Bettwäsche als Geschenk mit in die Ehe – heute dienen sie als Reliquienschreine.

Im Altarraum befindet sich der Bischofsstuhl – da es der eigentliche Amtssitz des Bischofs ist, darf ausschließlich er selbst darauf Platz nehmen. Das Altarbild zeigt den Schutzpatron des Grazer Doms, den heiligen Ägydius – er hilft Menschen, die in Not geraten sind.

Anschließend öffnete der Mesner in „seiner“ Sakristei Türen und Schränke. Er zeigte uns

Insignien des Bischofs (Mitra und Bischofsstab) und wusste zu vielen anderen Dingen, die sich darin befanden, eine interessante Geschichte. Wir staunten nicht schlecht, als wir auch einen Totenkopf darin sahen – er soll neben den vielen kostbaren Dingen an die Vergänglichkeit erinnern.

Als zweiten Programmpunkt besuchten wir die Synagoge. Schon der Empfang unterschied sich deutlich, da am Eingang von einem Sicherheitsbeamten Rucksäcke und Taschen durchsucht wurden – ein Vorgang, der leider aus Sicherheitsgründen notwendig ist.

Die alte Synagoge (1892 fertiggestellt) wurde in der Reichskristallnacht 1938 völlig zerstört.

Davon wurden über 9000 Ziegelsteine für den Neubau verwendet, welcher schließlich am 9. November 2000 eröffnet wurde. Der Bau ist optisch sehr ansprechend, hat – vor allem im Sommer – aber auch Nachteile, da es im Inneren sehr heiß werden kann und es leider keine Klimaanlage gibt. Die Kuppel besteht aus einer fünfteiligen Glaskonstruktion

und symbolisiert die fünf Bücher Mose im AT. Die zwölf Stahlsäulen symbolisieren die zwölf Stämme Israels und laufen in der Kuppel zu einem Davidstern zusammen.

Elie Rosen, der Präsident der jüdischen Gemeinde, erzählte uns vieles über das jüdische Glaubensleben von der Geburt bis zum Tod, über Feste und Alltag. Schließlich gewährte er uns auch einen Blick in den Toraschrein und zeigte uns die kunstvoll verzierten Torarollen.

Alles in allem eine sehr interessante Exkursion, die spannende Einblicke bot und auch viel Neues erfahren ließ!

Mag. Sylvia Wagner

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