BGBRG Fürstenfeld

Exkursion der 6AB Klassen nach Graz im Rahmen des Religionsunterrichts

Wie erklärt man Armut? Wie erklärt man Obdachlosigkeit?

Das sind schwierige Themen, die Teil unserer Gesellschaft sind. Aufklärung, Information, Vorurteile abbauen, Sensibilität fördern, Toleranz stärken, andere Lebensumstände verstehen und soziales Engagement sind wichtige Inhalte und Werte, die wir unseren Schüler(inne)n im Rahmen des Religionsunterrichts zur Stärkung ihrer persönlichen Entwicklung mitgeben möchten.

So ging es am 10.02.2020 für die 6A zu den SHADES TOURS. Das heißt, Graz von einer anderen Perspektive kennenlernen: Die Exkursion wird von einer von Obdachlosigkeit betroffenen Person geführt. 

Die Tour startete am Hauptbahnhof Graz, wo wir von Frau Maga Petra Niederdorfer, der Leiterin, und zwei obdachlosen Herren, die beide D. heißen, erwartet wurden. Wir besuchten Plätze im öffentlichen Raum, die im Zusammenhang mit Armut und Obdachlosigkeit stehen, einige davon bedienen sich aber auch der Symbolik im Stadtbild. Zum Beispiel kann eine Parkbank zum Symbol des Schlafplatzes werden, wodurch sich die Frage stellt: „Wie kommen obdachlose Menschen zu einem Bett?“ Durch die sehr kompetente Art unserer Guides erlebten wir einen informativen Vormittag, wurden zum Nachdenken angeregt und unser Verständnis für Randgruppen wurde gestärkt. Wir beendeten die Tour im Volksgarten, von wo wir zu Fuß in die Innenstadt gingen und noch fest in diesem Thema in Gesprächen verhaftet waren.

Mag. Helga Siutz

Eindrücke von Schüler(inne)n der 6A: 

„Ehrlich gesagt habe ich mir nicht viel erwartet, aber genau deshalb hat mich die Tour umso mehr ,umgehauen‘. Vor allem, dass alles ungeschönt gesagt und gezeigt wurde.“                            

Eva Braun

„Am interessantesten fand ich schlussendlich seine Geschichte, die Herr D. uns am Ende noch erzählt hat. Er hat sehr ehrlich und offen darüber gesprochen, was ziemlich mutig ist.“                  

Celina Bauer

„Ich habe erkannt, dass Vorurteile, die in unserer Gesellschaft vorherrschen, überhaupt nicht stimmen. Jeder von uns kann, wenn entsprechende Faktoren zusammenkommen, in diese Situation der Obdachlosigkeit geraten. Das heißt, Obdachlose kommen aus allen Schichten!“       

Celina Strobl

                                                                                                         

„Die Lebensgeschichte von Herrn D. hat mich sehr schockiert. Ich hätte mir nie gedacht, dass man mit solchen Voraussetzungen auf die Straße rutschen kann! Außerdem ist er sehr sympathisch und war überaus kompetent. Ich finde es herausragend, dass Herr D. den Weg mit Hilfe von SHADES TOURS zurückgeschafft hat und nun mit beiden Beinen im Leben steht. Ich würde diese Tour auf jeden Fall weiterempfehlen.“                                                                                                 

Simon Leitner

„Es war auch sehr toll, dass wir zu den ,Hotspots‘ für Obdachlose gegangen sind, um einen besseren Eindruck zu bekommen.“  

Stefanie Skvorc                                                                                                                                      

Die 6B lernte das Vinzidorf, die Dauerherberge für obdachlose Männer in Graz von Pfarrer Wolfgang Pucher gegründet, und die Werkstätte „Tagwerk“, die jugendlichen Arbeitslosen den betreuten Einstieg ins Arbeitsleben ermöglicht, kennen.  

In beiden Einrichtungen hatten wir die Möglichkeit, Informatives über die Entstehung und die Betreuungsmöglichkeiten zu erfahren. Wir hörten nicht nur Theorie, sondern haben auch das Alltagsleben vor Ort gesehen. Die Berichte von einzelnen Schicksalen machten uns klar, wie schnell es manchmal gehen kann, dass man selbst von Armut betroffen sein kann. 

Mag. Brigitte Gugatschka

Eindrücke der 6b:

„Die Exkursion hat mir gut gefallen, da wir einen Einblick in ein anderes Leben ergattern konnten.“

„Besonders gut hat mir das Vinzidorf gefallen, da wir eine lehrreiche Führung durch das gesamte Dorf bekamen und die Atmosphäre sowie das alltägliche Leben der Bewohner selbst entdecken durften.“

„Überrascht war ich von der Dankbarkeit der Männer und wie friedlich sie dort zusammenleben.“

„Als Nächstes ging es ins Tagwerk, auch hier waren die Leute sehr nett und zuvorkommend. Ich fand es sehr cool, dass man dort seine eigenen Ideen auf eine Tasche aus LKW-Planen machen lassen konnte.“

„Es wurde uns gut vor Augen geführt, wie gut wir es haben, dass wir in die Schule gehen dürfen.“

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